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Nach historischem Medaillengewinn und Wechsel der Nationalität: Para-Biathletin berichtet von Vergewaltigung

Mailand (Italien) – Am vergangenen Wochenende schrieb Carina Edlinger (27) bei den Paralympischen Winterspielen 2026 Geschichte, indem sie im Sprint die erste Biathlon-Medaille für Tschechien überhaupt gewann – eine Silbermedaille. Hinter der gebürtigen Oberösterreicherin liegt jedoch eine äußerst schwere Zeit. Nach ihrem Erfolg sprach sie nun erstmals offen darüber.

Vor vier Jahren bei den letzten Paralympics in Peking trat die 27-Jährige noch für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) im Langlauf an und gewann dort je eine Gold- und Bronzemedaille. Kurz nach diesem Triumph berichtete „Forbes Austria“, dass die Sportlerin nur zwei Wochen zuvor Opfer einer Vergewaltigung geworden sei.

Im italienischen Tesero bestätigte Edlinger diese damaligen Informationen nun gegenüber „LAOLA1“.

„Ich habe während meiner Zeit, auch im österreichischen Sport, sehr dunkle Phasen durchlebt und darunter stark gelitten“, erklärte die aus Bad Ischl stammende Athletin, die mittlerweile unter dem Namen Edlingerová an Wettkämpfen teilnimmt.

„Nach außen wirkte ich wie die erfolgreiche junge Sportlerin, die zahlreiche Erfolge feiern konnte, doch das, was innerlich in mir vorging, war eine ganz andere Geschichte“, ergänzte sie. „Ich habe diese schlimme Zeit überstanden, nicht zuletzt dank meines Hundes, der wieder viel Licht in mein Leben gebracht hat.“

Unmittelbar nach den Spielen nahm sie eine zweiwöchige Therapie in Anspruch. Mit „China“ habe sie abgeschlossen und ihre Goldmedaille von damals nicht mehr angesehen.

Zur Saison 2025/26 wechselte Edlingerová schließlich vom ÖSV zum tschechischen Verband. Dafür musste sie ihre österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben, da ein Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft abgelehnt wurde. Die neue Nationalhymne lernte sie sich nach eigenen Angaben via YouTube-Videos – wie sie in Italien verriet.

In Österreich sorgte dieser Schritt für viel Verwunderung: „Wir sind völlig im Unklaren, es gab keinen Kontakt mehr“, berichtete der ehemalige Biathlet und ÖSV-Para-Trainer Tobias Eberhard (41) der „Kleinen Zeitung“.

Die Athletin selbst äußerte sich nicht detailliert zu den Hintergründen und bestätigte keine direkte Verbindung zu den Ereignissen rund um Peking. „Ich weiß nur, dass ich, wäre ich so weitergegangen wie bisher, heute vermutlich keine aktive Sportlerin mehr wäre“, ließ sie durchblicken.

„In den letzten Jahren ist viel passiert, auch der Shitstorm aufgrund des Nationenwechsels hat mir gezeigt, wie wenig willkommen ich im System inzwischen war“, fügte sie hinzu.

Obwohl man beim ÖSV nicht alle über einen Kamm scheren dürfe und es durchaus „einige Engel“ gebe, denen sie dankbar sei, habe es „zwei, drei Personen“ gegeben, die ihr den Wechsel erleichtert hätten, erklärte Edlingerová.

Im tschechischen Team fühlt sie sich mittlerweile sehr gut aufgehoben. Nach ihrem Gewinn der Silbermedaille habe sich sogar Präsident Petr Pavel (64) persönlich bei ihr gemeldet.