Herz-OP bei Biathlon-Star kurz nach Olympia-Drama!
Mailand (Italien) – Große Besorgnis herrschte zuletzt: Beim Massenstart der Olympischen Spiele am vergangenen Freitag führte der italienische Biathlet Tommaso Giacomel (25) das Feld an, verlor jedoch plötzlich viel Zeit und musste das Rennen vorzeitig beenden, während er immer wieder auf seine Brust zeigte. Obwohl er noch am selben Tag Entwarnung gab, war nun doch ein kleiner herzchirurgischer Eingriff notwendig.
Dies teilte der italienische Skiverband FISI am Dienstag mit.
Giacomel unterzog sich demnach in den letzten Tagen einer umfassenden Untersuchung im Galeazzi-Krankenhaus in Mailand. Die Resultate von CT-, MRT- sowie Belastungstests bewegten sich alle im normalen Bereich.
Bei einer abschließenden Untersuchung entdeckten die Ärzte jedoch eine Auffälligkeit in der elektrischen Leitfähigkeit des Vorhofbereichs, wie FISI berichtete. Aus diesem Grund musste sich der Gesamtweltcup-Zweite einer Behandlung unterziehen.
Die sogenannte Ablation wurde bereits erfolgreich durchgeführt, sodass Giacomel am Donnerstagmorgen das Krankenhaus wieder verlassen kann.
In zwei Wochen stehen weitere Kontrolluntersuchungen an, erst danach ist ein Wiedereinstieg ins reguläre Training möglich.
Somit wird der Italiener mindestens beim nächsten Weltcup in Kontiolahti (Finnland) zu Beginn März nicht am Start sein, was seine Chancen auf den Gesamtweltcup-Sieg erheblich schmälert.
Erst im Januar hatte Giacomel das Gelbe Trikot des Gesamtführenden übernommen, nachdem der bisherige Spitzenreiter Johan-Olav Botn (26) aufgrund einer Krankheit zwei Wochenenden verpasste. Doch kurz vor den Olympischen Spielen verlor er nach zwei eher schwächeren Wettbewerben die Führung an den Franzosen Éric Perrot (24), der mit zwei Siegen an ihm vorbeizog.
Die Saison des Italieners gleicht ohnehin einer Achterbahnfahrt: Am Tag vor Heiligabend verstarb sein enger Freund Sivert Guttorm Bakken (†27). Die beiden darauffolgenden Rennen konnte Giacomel gewinnen und widmete diese Erfolge seinem verstorbenen Freund.
Bei den Winterspielen in Antholz vor heimischer Kulisse wollte der fünfmalige Weltcupsieger seinen größten Triumph feiern und eine olympische Goldmedaille erringen. Doch Probleme am Schießstand und schließlich die Herzprobleme durchkreuzten seine Pläne.
„Mir geht es gut – wenn man das so sagen kann, nachdem man ein olympisches Rennen als Führender abbrechen musste“, kommentierte Giacomel auf Instagram. Dennoch ist der 25-Jährige hochmotiviert, bei der nächsten Gelegenheit wieder anzugreifen.
„Das war definitiv nicht das Ende meiner Olympischen Spiele, das ich mir erträumt hatte, aber ich werde niemals aufgeben. Vier Jahre vergehen schnell, und in Frankreich werde ich es erneut versuchen“, versprach der vierfache WM-Medaillengewinner.