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Deutscher Biathlon-Talent zeigt sich emotional und reagiert mit Tränen gegen Kritiker: „Sehr schmerzhaft“

Garmisch-Partenkirchen – Selina Grotian zählt zu den vielversprechendsten Nachwuchshoffnungen im deutschen Biathlon. Bereits mit 21 Jahren hat sie beachtliche Erfolge vorzuweisen, doch die vergangene Saison verlief für sie nicht ganz nach Plan.

Nach dem Weltcup-Finale im norwegischen Oslo wandte sich die Athletin des Deutschen Skiverbands (DSV) auf Instagram an ihre Fans und meldete sich mit einem offenen Statement zu Wort. Dabei berichtete sie nicht nur von den vielen Herausforderungen der letzten Monate, sondern ließ auch ihre Kritiker nicht unkommentiert.

„Dieses Jahr war wirklich von vielen Zweifeln geprägt, und es flossen auch einige Tränen“, beginnt sie ihre Botschaft. Der Start in die olympische Wintersaison erwies sich für Grotian als alles andere als ideal. Beim Weltcup-Auftakt in Östersund infizierte sie sich mit dem Coronavirus und musste daraufhin ihre Teilnahme abbrechen.

„Die Angst, zu früh wieder ins Training einzusteigen, war riesig. Wenn man während der Saison Wochen an Training verliert und dadurch die Wettkampfhärte fehlt, ist es äußerst schwierig, den gewohnten Rhythmus wiederzufinden“, erklärt die 21-Jährige offen.

Dennoch schaffte sie es, sich ihren „Kindheitstraum“ zu erfüllen und sich für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina zu qualifizieren. „Doch auch dort konnte ich nicht die Leistung abrufen, die ich mir erhofft hatte“, zeigt sich die Athletin aus Garmisch-Partenkirchen enttäuscht.

Obwohl sie im Training am Schießstand gute Resultate erzielte, wollte es bei den olympischen Wettkämpfen nicht so recht klappen. „Auch auf der Loipe fehlte mir in diesem Jahr die nötige Kraft, und die Höhenlage hat meinem Körper mehr zugesetzt als in den vergangenen Jahren. Die Enttäuschung nach meinen Rennen bei Olympia war sehr groß“, macht Grotian deutlich.

Die Platzierungen 55, 52 und 41 im Einzel, Sprint sowie in der Verfolgung beim wichtigsten Wettkampf, der nur alle vier Jahre stattfindet, hinterließen ihre Spuren.

Doch nicht nur die Enttäuschung über die eigene Performance belastete die junge Sportlerin, sondern vor allem die Art und Weise, wie ihre Leistung dargestellt wurde. „Eine Sache, die mich zusätzlich belastet hat – obwohl ich weiß, dass viele hinter mir stehen und meine Erfolge anerkennen – ist, dass meine Leistung schlechter dargestellt wurde, als sie tatsächlich war. Ich bin immerhin erst 21 Jahre alt und denke, ich kann bereits auf einiges zurückblicken“, richtet Grotian deutliche Worte an ihre Kritiker.

Sie betont: „Am meisten enttäusche ich mich selbst, wenn es nicht läuft und mich das innerlich zerfrisst. Dann noch abwertende Kommentare zu lesen, ist sehr verletzend.“

Für die kommende Saison plant Grotian einen Neustart. Beim DSV stehen nach mehreren Veränderungen im Team viele Neuerungen an. Hoffentlich ergeben sich für die junge Athletin dadurch positive Perspektiven.