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Biathlon-Star vor Olympia am Boden: „Das schlechteste Rennen meiner Karriere“

Nove Mesto (Tschechien) – Viele führende Biathleten verzichten derzeit auf den in Tschechien ausgetragenen Weltcup, um sich bestmöglich auf die kommenden Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina vorzubereiten. Der Schwede Sebastian Samuelsson (28) dagegen ging an den Start, musste allerdings kurz vor dem Saisonhöhepunkt eine herbe Enttäuschung hinnehmen.

Im 15-Kilometer-Einzelrennen belegte er am Donnerstag nur den 73. Platz. Bei seinen vier Schießeinlagen summierten sich insgesamt acht Fehler, was ihn am Ende sichtlich frustrierte. „Das war vermutlich das schlechteste Rennen meiner bisherigen Karriere. Es ist wirklich traurig, ich möchte viel mehr zeigen“, sagte er im Gespräch mit „SVT“.

In der laufenden Saison hatte der Schwede durchweg starke Leistungen gezeigt und zuletzt den Sprint in Ruhpolding mit fehlerfreien Schüssen gewonnen. Damit unterstrich er seine Ambitionen auf Gold bei den Olympischen Spielen, die am 6. Februar offiziell eröffnet werden.

Doch der Einbruch in Nove Mesto wird ihm kaum Selbstvertrauen schenken. Warum Samuelsson überhaupt nach Tschechien gereist ist? Vermutlich, um noch eine Chance auf den Gewinn des Gesamtweltcups am Saisonende zu bewahren.

Der 28-Jährige hat sich für Olympia viel vorgenommen, nachdem er 2022 in Peking leer ausging. Sein bestes Resultat damals war ein fünfter Platz im Sprint. Bei den Spielen 2018 in Pyeongchang hatte Samuelsson mit der Staffel Gold und in der Verfolgung Silber gewonnen.

Besser schnitten in Nove Mesto die französischen Athleten ab, die bei dem Einzelrennen vier der ersten sechs Positionen belegten. Eric Perrot siegte vor Emilien Jacquelin und dem Italiener Lukas Hofer. Oscar Lombardot wurde Vierter, Emilien Claude Sechster.

Das deutsche Team tritt größtenteils mit einer B-Mannschaft an. Von den für Olympia nominierten Sportlern sind in Tschechien lediglich Franziska Preuß, Anna Weidel und Philipp Horn am Start. Horn allerdings nur, sofern er bis zum Massenstart am Sonntag wieder fit ist.

Die Leistungen der Männer am Donnerstag waren dennoch ordentlich: Roman Rees erreichte Platz sieben, Danilo Riethmüller wurde Elfter und Leo Pfund landete auf Rang 13. Auch bei den Norwegern fehlt die Spitzenklasse, während die Öberg-Schwestern aus Schweden auf einen Einsatz im Weltcup verzichten.

Dass Franziska Preuß als eines der großen Hoffnungs-Trümpfe des deutschen Olympia-Teams im Weltcup an den Start geht, liegt vor allem daran, dass sie nach ihrer Influenza- und Corona-Erkrankung zu Saisonbeginn noch wichtige Wettkampfpraxis und Selbstvertrauen vor den Spielen sammeln muss.