Krawalle beim Pokalspiel in Berlin mit Hitler-Gesten, Feuerwerkskörpern und Flaschen: BFC-Anhänger greifen Polizei an
Berlin – Beim ausverkauften Pokal-Halbfinale in Berlin gegen Sparta Lichtenberg am Sonntagnachmittag verloren einige Fans des BFC Dynamo vor 1050 Zuschauern die Kontrolle.
Wie die Polizei mitteilte, entzündeten Anhänger der Mannschaft von Trainer Sven Körner (43) gegen 16:25 Uhr während der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit Pyrotechnik außerhalb des Stadions in der Fischerstraße.
Darüber hinaus wurden plötzlich aus dem Gästeblock Böller und Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geworfen. Einige Randalierer sollen die Beamten sogar tätlich angegriffen haben.
Die Polizei reagierte entsprechend mit dem Einsatz von Pfefferspray und körperlichem Eingreifen gegen die Angreifer. Das Spiel wurde daraufhin um 16:40 Uhr für etwa 15 Minuten unterbrochen.
Die traurige Bilanz der Ausschreitungen: Ein Kind erlitt ein Knalltrauma, ein Ordner sowie zwölf Polizisten wurden verletzt. Die Beamten konnten jedoch ihren Dienst fortsetzen. Zudem sollen mehrere Fans den Hitlergruß gezeigt haben. Die Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs laufen.
Vier Personen wurden vorläufig festgenommen, durften später aber wieder gehen.
Außerdem ermittelt die Polizei gegen zwei BFC-Anhänger wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. In einem weiteren Fall wurde eine Anzeige wegen Beleidigung eines Einsatzbeamten erstattet.
Nach dem aufregenden 6:3-Sieg gegen Sparta Lichtenberg am Abend eskalierte die Situation weiter: Gegen 19:15 Uhr verständigte eine Passantin die Polizei, weil BFC-Fans in einem Lokal in der Weitlingstraße im Bezirk Lichtenberg angeblich Nazi-Parolen skandiert haben sollen.
Die Einsatzkräfte kontrollierten daraufhin elf Personen. Erneut leisteten einige Anhänger Widerstand und beschimpften die Polizisten. Verletzte gab es diesmal zum Glück keine.
Insgesamt waren rund 150 Polizisten im Einsatz, unterstützt von Kräften der Bundespolizei. Die Untersuchungen dauern an.