Niners-Trainer nach dem Saisonende: „Ich habe keine gute Arbeit geleistet und unsere Anhänger enttäuscht“
Chemnitz – Nach der ernüchternden Niederlage der Niners Chemnitz in Braunschweig (90:104) hätte Trainer Rodrigo Pastore (53) mit seinen Spielern hart ins Gericht gehen können. In ihm kochten die Emotionen. Doch der Argentinier entschied sich, sein Team zu verteidigen.
„Ich habe keine gute Arbeit abgeliefert und unsere Fans enttäuscht“, erklärte der sichtlich mitgenommene Pastore gegenüber DYN-Kommentator Stefan Koch nach dem bitteren Ausscheiden. Dieser wollte wissen, ob der dienstälteste Coach der BBL gerade seine bisher schwierigste Phase als Trainer der Niners durchlebe.
„In meinen elf Jahren hier in Chemnitz habe ich schon schwere Zeiten erlebt. Doch in dieser Saison hatte ich das Gefühl, wir standen ständig unter Druck. Ruhe kehrte nie ein“, so Pastore.
Bei der anschließenden Pressekonferenz gab Pastore einen tiefen Einblick in seine Emotionen. „In diesem Spiel gab es einen Augenblick, in dem mir vor Augen geführt wurde, wie die gesamte Saison verlaufen ist. Ich bin töricht, weil ich geglaubt habe, dass wir etwas erreichen könnten“, gestand der 53-Jährige. Er fügte hinzu: „Eine solche Leistung wie heute war völlig unerwartet. Es ist enorm enttäuschend, die Saison auf diese Weise abzuschließen.“
Mitte des dritten Viertels lagen die Niners beim Absteiger aus der BBL mit satten 31 Punkten (40:71) zurück. Pastore kommentierte: „In solchen Momenten reflektiere ich mich selbst und frage mich, was ich falsch gemacht habe. Wahrscheinlich gibt es viele Dinge, die ich neu bewerten und verbessern muss, damit meine Mannschaft nicht wieder in eine ähnliche Lage gerät.“
Der Coach richtete sich abschließend an die treuen Niners-Fans: „Sie haben viele unserer Leistungen in diesem Jahr nicht verdient. Ich möchte keine Ausreden vorbringen. Während der Saison habe ich das getan, um die Mannschaft zu schützen. Aber es gibt keine Rechtfertigung dafür, dass wir keine bessere Saison gespielt haben.“ Pastore ergänzte: „Das Mindeste, was ich tun kann, ist, mich bei unseren Fans für das Erlebte zu entschuldigen und mich gleichzeitig für ihre bedingungslose Unterstützung zu bedanken. Diese Zuneigung haben wir nicht verdient.“