Abstiegskampf statt Play-off-Hoffnungen: Ursachen für die Krise der Niners
Chemnitz – Der Januar 2026 ist vorbei – und für die Niners Chemnitz war es ein Monat, den man lieber vergessen möchte. In der Basketball-Bundesliga setzte es im ersten Monat des Jahres fünf Niederlagen, teilweise mit deutlichem Abstand.
Im ULEB EuroCup fiel die Bilanz ausgeglichen aus (zwei Siege, zwei Niederlagen). Besonders schmerzt das 76:88 bei Ulm. In diesem Spiel ließ das Team von Trainer Rodrigo Pastore in den letzten Sekunden den direkten Vergleich entgleiten. Sollte am Ende der Gruppenphase – die in zwei Spieltagen endet – eine Punktgleichheit bestehen, zieht Ulm ins Achtelfinale ein.
Woran liegt das enttäuschende Abschneiden?
Transferpolitik - Bereits nach der Hinrunde waren die Wechselmöglichkeiten der Niners endgültig ausgeschöpft. Das verdeutlicht die unglückliche Personalpolitik in dieser Saison. Nach dem überraschenden Rücktritt von Kapitän Jonas Richter im Sommer musste der Klub kurzfristig reagieren.
Gegen Ende der Vorbereitung verletzten sich mit Julian Steinfeld und Roman Bedime zwei zentrale Spieler. Seitdem herrschte nie wirklich Stabilität im Kader. Spieler wechselten häufig, andere fehlten aufgrund von Verletzungen. Trainer Pastore konnte deshalb nie auf seine beste Aufstellung zurückgreifen. Die Stammspieler leisten Woche für Woche eine enorme Belastung, zusätzlich kommen die vielen Auswärtsfahrten hinzu. Diese Strapazen sind den Akteuren mittlerweile deutlich anzumerken.
Hohe Spielbelastung – 18 Partien im EuroCup, nahezu an jedem Wochenende BBL-Spiele – das alles mit einem geschwächten Team. Inzwischen setzt Pastore oft nur noch auf eine Rotation von acht Spielern. In Hamburg standen fünf Akteure jeweils mindestens 30 Minuten auf dem Feld. Viele Gegner in der Bundesliga müssen diese extreme Beanspruchung nicht bewältigen und gehen ausgeruhter in die Begegnungen. Zudem verfügen sie häufig über einen tieferen Kader.
Schwache Leistungsträger – John Newman und Kaza Kajami-Keane sind anfällig für Verletzungen und verpassten zahlreiche Spiele. Selbst wenn sie einsatzfähig waren, zeigten sie selten ihre beste Form. Nun fällt auch Amadou Sow aus, der neben Kevin Yebo zu den konstantesten Korbjägern in der Hinrunde zählte. Enttäuschend präsentierte sich zudem Nike Sibande. Nach einer starken Vorbereitung hatten viele hohe Erwartungen an ihn. In Hamburg ließ Trainer Pastore den US-Amerikaner aufgrund von Formschwäche komplett auf der Bank – und das trotz der dünnen Personaldecke!
Die Entwicklung – ernüchternd. Im EuroCup sitzt Ulm den Niners im Nacken. Am Mittwochabend steht das wichtige Spiel gegen Trento an, das momentan auf dem vierten Platz der Gruppe liegt. Ein Sieg ist nötig, um die Play-off-Hoffnung aufrechtzuerhalten. Nur wenige Tage später kommt es in der Messe Chemnitz zum entscheidenden Duell. Der Mitteldeutsche BC hat in der Bundesliga bereits elf Niederlagen hintereinander kassiert, die Niners verloren zuletzt fünfmal in Serie.
Am Samstagabend wird eine Negativserie ein Ende finden.