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Rückt die Tour de France in Dresden in weite Ferne?

Dresden – City-Biathlon und Deutschland-Tour: Bleibt Dresden eine Sportmetropole? Angesichts knapper öffentlicher Mittel soll das Profil der Stadt als Sportstandort weiter geschärft werden. Dafür müssen am Donnerstag wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Seit zwei Jahren messen sich bei dem Biathlon-Showrennen Spitzenathleten wie Johannes Thingnes Bö (33), Quentin Fillon Maillet (33) oder Justus Strelow (29) um den Sieg. Die dritte Auflage findet am 23. August 2026 statt. Könnte es zugleich das letzte Mal sein? Diese Frage wird im Dresdner Stadtrat geklärt.

Dort wird entschieden, ob auch für 2027 und 2028 erneut ein Zuschuss von 357.000 Euro aus städtischen Mitteln fließt. Während der Sportausschuss bereits zustimmte, fiel die Abstimmung im Finanzausschuss äußerst knapp aus.

Dresdens Sportbürgermeister Jan Donhauser meint dazu: „Die Nachfragen aus den Fraktionen sind nachvollziehbar: Können wir uns das wirklich noch leisten? Meine Antwort lautet aber: Ja.“

Die Stadt betont in ihrem Bericht, dass die Ausgaben durch einen Werbewert von fast vier Millionen Euro jährlich durch TV-Übertragungen mehr als gerechtfertigt seien. Hinzu kommen die Besucher und Sportler, die für das Event nach Dresden reisen und dort übernachten. Allerdings hat Elb-Florenz mittlerweile seinen Alleinstellungscharakter verloren.

Im vergangenen Jahr richtete der Weltverband in München ein eigenes Rennen mit den Topstars aus. Donhauser möchte am Donnerstag zudem sein Herzensprojekt voranbringen: die Tour de France!

Um 2029 im internationalen Vergleich mitspielen zu können, muss die Deutschland-Tour voraussichtlich 2027 in Dresden Station machen. „Sie gilt als Vorbote“, erklärt der Bürgermeister. „Großveranstaltungen im Sport sind gut investiertes Geld.“

Doch allein die relativ unbedeutende Deutschland-Tour würde die Stadt rund 500.000 Euro kosten. Bei diesem Rennen treten meist nur die zweite und dritte Profiriege an – mit wenigen Ausnahmen. Im Finanzausschuss stimmten sechs Mitglieder dafür, fünf dagegen.

Mit Events wie den Finals 2025, als ganz Dresden vom Sportfieber erfasst war, dem City-Biathlon oder dem Goldenen Oval mit erstklassigen Leichtathleten konnte Elb-Florenz sein sportliches Image deutlich verbessern.

Gleichzeitig drohen aber die Infrastruktur zu verwittern: Brücken sind marode, Schwimmhallen fehlen, und das Haushaltsdefizit wächst. Deshalb bleibt die Situation spannend.