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Wird die Tour de France 2029 in Dresden Halt machen?

Dresden – Bei den Finals 2025 erzielte Dresden Einnahmen von über 30 Millionen Euro. Sportbürgermeister Jan Donhauser strebt an, dass die Stadt 2029 oder 2030 Gastgeber eines Großereignisses wird. Dabei sollen die Spitzenfahrer der Tour de France entweder eine Etappe von Dresden aus starten oder im Zielsprint um den Sieg kämpfen.

Die Idee ist zwar nicht neu, doch aktuell erhält sie neuen Schwung. Grund dafür ist eine Aussage des Tour-Veranstalters ASO, der der deutschen Bewerbung für 2029 „sehr, sehr gute Chancen“ einräumt – vorausgesetzt, Berlin ist auf jeden Fall mit von der Partie. Thomas Hofmann, Vorsitzender des Vereins „Grand Départ Allemagne“, bestätigte zuletzt, dass man sich in intensiven Gesprächen befinde.

Der Traum sieht vor, dass ein Prolog an Fernsehturm und Reichstagsgebäude vorbeiführt, ein Massensprint auf der Straße des 17. Juni stattfindet und das Gelbe Trikot am Brandenburger Tor vergeben wird. Der Berliner Senat signalisierte, dem Vorhaben „offen gegenüberzustehen“; aktuell werde „ein Prüfprozess hinsichtlich vertraglicher, logistischer, finanzieller und sicherheitstechnischer Rahmenbedingungen“ durchgeführt.

Dies steigert die Chancen für Dresden, auch bekannt als Elbflorenz, und unterstützt die Pläne, das Rennen durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu führen.

Auf Wunsch der ASO soll Berlin eine zentrale Rolle einnehmen. „Selbstverständlich macht eine deutsche Bewerbung mit Berlin mehr Gewicht“, erklärte Tour-Chef Christian Prudhomme bereits im Januar im Sportschau-Interview.

„Für mich als Franzosen und viele andere Europäer ist dieses Ereignis eng mit dem Mauerfall im November 1989 verbunden. Das wäre ein starkes Symbol: Berlin 2029 zum Gedenken an den Mauerfall 1989.“ Deshalb soll der Startschuss bereits in drei Jahren erfolgen.

„Der Plan sieht vor, dass das Fahrerfeld nach Berlin in Mitteldeutschland zur nächsten Etappe weiterzieht“, so Donhauser. „Dresden könnte als Startort fungieren, während Leipzig als Zielort dienen könnte.“

Hofmann ergänzte: „Wir setzen weiterhin darauf, unser 3+1-Modell umzusetzen.“ Dadurch könnten auch die Kosten von rund 30 Millionen Euro besser verteilt werden. Der Bund hat sich bereits bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Auch die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen signalisierten ihre Unterstützung bei der Finanzierung.

Donhauser rechnet daher damit, dass Dresden letztlich rund 1,5 Millionen Euro aus dem Stadthaushalt bereitstellen müsste. Deshalb wirbt der Sportbürgermeister um Rückhalt im Stadtrat. Er ist überzeugt, dass – ähnlich wie bei den Finals – das Vierfache durch Übernachtungen und weitere Wirtschaftseffekte wieder in die städtischen Kassen zurückfließt.

Als Testlauf soll nach 2003 erstmals wieder die Deutschland Tour in Dresden Station machen. Donhauser weist darauf hin, dass Bautzen als möglicher Etappenort für die Tour 2027 (24. bis 29. August oder 31. August bis 5. September) bereits Mittel eingeplant hat. „Soll die Strecke um Dresden herumführen?“, fragt sich der Bürgermeister. Aus diesem Grund bereitet er eine Vorlage vor, damit der Stadtrat 500.000 Euro bereitstellt.