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Rodel-Ikone Georg „Schorsch“ Hackl verabschiedet sich: „Der Größte tritt ab“

Von Frank Kastner

Altenberg – Georg Hackl (59) nutzt die Sonnenstunden, um seine Beschwerden etwas zu lindern. Nach seinem Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo, bei dem er sich die Schulter ausgekugelt hatte, ist die Verletzung noch nicht vollständig ausgeheilt.

„Ich bin aktuell noch krankgeschrieben, deshalb kann ich die Zeit hier richtig genießen“, erklärte der 59-jährige Berchtesgadener, der nun seine aktive Rodelkarriere beendet.

Das Weltcup-Finale im sächsischen Altenberg markierte seine letzte Fahrt auf der Rennbahn.

„Seit über 45 Jahren bin ich jeden Winter unterwegs, fast jedes Wochenende irgendwo an einer Rodelbahn und kaum je zu Hause. So habe ich den Großteil meines Lebens verbracht“, berichtete der Bayer, der von allen nur „Hackl Schorsch“ genannt wird.

„Jetzt möchte ich im Winter etwas mehr Zeit für mich selbst haben.“ Anstelle von Schlittenschienen zu schleifen und zu präparieren, plant er künftig auf Skiern unterwegs zu sein.

„Ein Ziel für den nächsten Winter ist die Jahreskarte in der Skiwelt Amadé – die muss sich für mich lohnen. Noch kann ich den Skistock nicht richtig greifen“, erläuterte Hackl gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 2022 arbeitet er für den österreichischen Verband.

„Das war eine großartige Erfahrung, denn ich war von Anfang an neugierig darauf. Es war eine wunderschöne Zeit, weil alle an einem Strang ziehen und hervorragend zusammenarbeiten“, sagte der erfolgreichste Einzelrodler der olympischen Geschichte mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen und lobte die positive Atmosphäre im Team.

„Wenn man hier in einem österreichischen Anorak unterwegs ist, herrscht immer eine sehr gute Stimmung“, meinte Hackl. Kopfschmerzen bereitet ihm hingegen der Anblick seiner Heimat Berchtesgaden und der teilweise beschädigten Bahn am Königssee.

„Das ist unfassbar. Die Italiener bauen in nur einem Jahr eine komplette Bahn, während Deutschland es in fünf Jahren nicht schafft, zwei beschädigte Kurven zu reparieren“, kritisierte Hackl.

Mit Blick auf seine Rodelkarriere betonte er, so viele Höhen und Tiefen erlebt zu haben, dass er keine einzelnen Ereignisse hervorheben wolle.

Für Thomas Schwab (63), Vorstandsvorsitzender des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), hinterlässt Hackl eine große Lücke im Rodelsport. „Der Sport wird ihn vermissen. Einer der Größten, wenn nicht sogar der Größte, hört jetzt auf.“