Spannendes Saisonfinale in Altenberg: Sturz hält Rodel-Heimteam nicht auf
Altenberg – Laut Wetterprognose sollen am Wochenende im Altenberger Kohlgrund angenehme zehn Grad und strahlender Sonnenschein herrschen. Für Felix Loch (36), Jessica Degenhardt (23) & Co. bedeutet das beim Weltcup-Finale ideale Bedingungen – doch Bahnchef Jens Morgenstern muss dafür kräftig investieren.
„Wenn die Sonne auf die Eisbahn scheint, können es schon mal 23 Grad werden“, erklärt Eismeister Ralf Mende. Deshalb müssen am Wochenende „die Sonnensegel heruntergelassen und die Kühlanlage stärker betrieben werden“. Morgenstern berichtet: „Während ich im Januar bei Minusgraden Stromkosten von 50.000 Euro hatte, sind es jetzt 100.000 Euro.“
Der Aufwand zahlt sich aus. Schließlich zeigen sich die Olympiasieger und Medaillengewinner von Cortina den zahlreichen Fans, die traditionell am Samstag (ab 9 Uhr) und Sonntag (ab 10:30 Uhr) an der Bahn zu Gast sind. Und da das Wetter mitspielt, könnten vermutlich neue Bahnrekorde aufgestellt werden.
Die schnellen Bedingungen wurden auch im Training sichtbar – wobei es die Rodel-Heimathoffnungen erwischte: Doppel-Weltmeisterin Jessica Degenhardt aus Dresden stürzte gemeinsam mit ihrer Partnerin Cheyenne Rosenthal (25).
Während die Winterbergerin nur leichte Schürfwunden davontrug, erwischte es „Jessi“ etwas härter. Dennoch steht ihr Start beim Weltcup-Finale (zweiter Lauf am Samstag, 15 Uhr) nicht auf der Kippe.
Wie sieht es mit ihrer gemeinsamen Zukunft aus? Die beiden Champions verpassten leider die Olympischen Spiele, bei denen nur ein deutsches Damen-Doppel antreten durfte.
„Nein“, stellt Rosenthal klar. „Wir sind zusammen angefangen, weil wir Olympia erreichen wollten. Dieses Ziel bleibt bestehen.“ Sie planen mindestens bis 2030 weiterzumachen, wenn die Spiele in La Plagne (Frankreich) stattfinden.
Auch Felix Loch will weitermachen, sofern es sein Körper zulässt. Der Berchtesgadener und Gesamtweltcup-Sieger wäre dann 40 Jahre alt und hätte seine sechsten Olympischen Spiele erlebt – dreimal holte er bereits Gold.
„Mein Arbeitgeber, meine Frau und meine Kinder stehen mir dabei nicht im Weg“, scherzt der Bundespolizist.
Seine Söhne sind bereits auf dem Schlitten unterwegs, „aber der Tag wird nicht kommen, an dem wir gemeinsam in einem Rennen antreten. Ich habe einfach Spaß an diesem Sport. Solange ich sehe, dass ich die anderen herausfordern kann, bleibe ich dabei.“