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Olympiasieger beendet Laufbahn: Kombinierer Rydzek tritt vom Spitzensport zurück

Von Thomas Eßer

Oberstdorf – Nach fünfteiliger Teilnahme an Olympischen Winterspielen zieht Johannes Rydzek (34) einen Schlussstrich unter seine Karriere als Nordischer Kombinierer.

„Liebe Nordische Kombination, du warst meine erste große Leidenschaft. Seit ich denken kann, bist du ein Teil meines Lebens. Deshalb fällt mir der Abschied, der jetzt bevorsteht, besonders schwer“, erklärte Rydzek in einem Video. Der zweifache Olympiasieger beendet seine aktive Laufbahn nach dieser Wintersaison.

„Es ist an der Zeit, Lebewohl zu sagen! Der Moment fühlt sich richtig an, ich bin mit mir vollkommen im Reinen“, so der 34-Jährige. Sein letzter Weltcup-Wettkampf findet an diesem Sonntag in Oslo statt. „Mit auf die Reise nach Norwegen nehme ich viele Emotionen mit, auch etwas Wehmut ist dabei“, sagte Rydzek.

Der Oberstdorfer blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Insgesamt fünfmal vertrat Rydzek sein Land bei Olympischen Winterspielen und gehörte auch in diesem Jahr zum deutschen Team in Italien.

Er bedankte sich bei zahlreichen Wegbegleitern, wobei er besonders seine Ehefrau hervorhob, ohne die sein Leben nicht dieselbe Richtung genommen hätte. „Du stehst stets an meiner Seite, meine wahre große Liebe“, betonte er.

Bundestrainer Eric Frenzel bezeichnete das Karriereende von Johannes als „einen Wermutstropfen“.

Der 37-Jährige, der ebenfalls als Athlet gemeinsam mit Rydzek um Medaillen kämpfte, sagte: „Über so viele Jahre auf höchstem Niveau konstant zu performen und bei Großveranstaltungen immer parat zu sein – das ist alles andere als leicht und wirklich beeindruckend.“

Rydzek hat insgesamt vier olympische Medaillen errungen: 2010 gewann er mit der Mannschaft Bronze, vier Jahre später Silber. Bei den Spielen 2018 sicherte er sich im Einzel von der Großschanze den Olympiasieg und triumphierte zudem im Teamwettbewerb. Noch mehr Erfolge feierte er bei Weltmeisterschaften, wo er siebenmal Weltmeister wurde.

„Ich konnte mir all meine Träume erfüllen – und sogar noch mehr“, resümierte der Allgäuer.