Nach 600-Kilometer-Lauf von Arda Saatçi: Sporthändler nutzt Marketingchance
Los Angeles/Berlin – In der vergangenen Woche war Extremsportler Arda Saatçi (28) auf Plattformen wie Instagram, YouTube, TikTok und Twitch kaum zu übersehen. Sein Ziel: innerhalb von 96 Stunden 600 Kilometer in den USA zurückzulegen. Dabei rückte nicht nur sein Lauf selbst in den Mittelpunkt, sondern auch einige Begleitumstände – unter anderem sein Laufshirt.
Ein Abschnitt seiner Route führte vom Death Valley in Kalifornien bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles, den er in einem salbeifarbenen Angler-Shirt der Marke Decathlon absolvierte.
Dieses Oberteil ist beim französischen Sportartikelhändler für 20 Euro (in Österreich 25 Euro) erhältlich. Es wird damit beworben, dass es einen hohen Sonnenschutz (LSF 50+) bietet und gleichzeitig die Feuchtigkeit reguliert – bei Temperaturen von weit über 30 Grad ein wichtiger Vorteil.
Für Decathlon war es ein Glücksfall, dass der Ausnahmesportler unbeabsichtigt mit einem ihrer Shirts für Aufmerksamkeit sorgte. Diesen Umstand nutzte das Unternehmen auf Instagram umgehend, um ihr Marketing zu verstärken.
In mehreren Beiträgen bewarb die Firma das 20-Euro-Shirt, stellte sogar einen 20-prozentigen Rabattcode bereit und wurde dafür von Experten der Branche gelobt.
Das Marketing zeigte Wirkung: In drei Größen ist das Angler-Shirt in Salbeigrün bereits vergriffen. Ein noch umfangreicheres Sponsoring übernahm jedoch Red Bull, die sogar als Namensgeber der „Red Bull Cyborg Season – Ultra 600“ fungierten.
In den sozialen Netzwerken entwickelte sich ein regelrechter Hype um Arda Saatçi. Zwar erreichte der 28-Jährige sein gestecktes Zeitlimit nicht (er benötigte letztlich 123 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden), doch stellte er einen neuen deutschen Streaming-Rekord auf Twitch auf.
Zum Zeitpunkt seines Ziels waren bis zu 646.000 Zuschauer live dabei. Laut „TwitchTracker“ hielt zuvor MontanaBlack mit rund 371.000 Zuschauern den Rekord.