zurück

Verfallene Sportanlagen und unzureichende Infrastruktur: Wird der Sport von der Politik vernachlässigt?

Hamburg – In Deutschland befinden sich viele Sporteinrichtungen in einem schlechten Zustand. Überall mangelt es an einer funktionierenden sportlichen Infrastruktur. Wie die Situation in den kommenden Jahren verbessert werden kann und welche Rolle Hamburgs Olympia-Bewerbung dabei spielt.

Der Bundestag hat zumindest die Bereitstellung eines Sondervermögens in Höhe von einer Milliarde Euro aus dem Fonds „Infrastruktur und Klimaneutralität“ zur Modernisierung von Sportstätten, Schwimmbädern und Turnhallen beschlossen.

„Wir leben momentan in einer Phase, in der zahlreiche zusätzliche Investitionsmittel bereitgestellt werden. Dabei ist es entscheidend, dass der Sport umfassend berücksichtigt wird“, betonte Hamburgs Sportsenator Andy Grote (57, SPD) auf der SPOBIS Conference 2026.

Dies sei jedoch erst der Anfang. In den kommenden Jahren müsse dringend noch mehr getan werden, um die Infrastruktur langfristig instandzuhalten, ergänzte DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64).

Die Hamburger Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele sei ein deutliches Signal, den Sport über die Grenzen des Bundeslandes hinaus zu fördern und ihm die Aufmerksamkeit zu widmen, die er nach Ansicht der drei Experten verdient hat.

Auch Otto Fricke (60), Vorstandsvorsitzender des DOSB, stimmte zu, dass der Sport in Deutschland in den vergangenen Jahren insbesondere von der Politik nicht ausreichend beachtet worden sei. Dabei entstehe durch den Sport ein großer gesellschaftlicher Mehrwert.

Schließlich lerne man gerade in Vereinen frühzeitig demokratische Werte kennen, da dort schon in jungen Jahren Abstimmungen eine Rolle spielen, erklärte Fricke.

Um diese Bedeutung hervorzuheben, habe man mit der Olympia-Bewerbung der Politik einen nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports vorgeschlagen, so Grote.

„Wir müssen sicherstellen, dass unsere Kinder mit Sport aufwachsen. Sport sollte in Ganztagsschulen integriert werden […]. Solche Programme können den Weg in Sportvereine ebnen, und das gilt es bundesweit umzusetzen. Das sind Initiativen, die von Hamburg aus starten.“

Gleichzeitig übte der Senator Kritik: Es gebe nach wie vor zu wenig Raum für sportpolitische Reformen. „Wir brauchen mehr Engagement und ein stärkeres Verständnis dafür, dass eine ernsthafte Sportpolitik auf Bundesebene erforderlich ist“, appellierte der SPD-Politiker an Berlin.

„Welche Bedeutung der Sport letztlich für unsere Gesellschaft und unser Land hat und welche Kraft darin steckt, ist noch nicht überall angekommen!“