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Drama beim Halbmarathon: Läuferin kurz vor dem Sieg, als das Unglaubliche passiert

Atlanta (USA) – Es gibt wohl kaum etwas Schlimmeres für eine Läuferin, als nach etwa 18 Kilometern, mit dem Ziel schon in Sichtweite, falsch abzubiegen. Besonders ärgerlich ist dies, wenn es völlig unverschuldet passiert – so wie kürzlich Jessica McClain (34) bei den amerikanischen Halbmarathon-Meisterschaften in Atlanta.

„Das ist wirklich ärgerlich für alle Beteiligten. Es ist furchtbar, dass am Ende immer die Athleten den Preis dafür zahlen müssen“, schrieb die Betroffene am Montag auf ihrer Instagram-Seite.

McClain, die bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 in Tokio im Marathon den achten Platz erzielte, führte beim Halbmarathon in ihrer Heimat noch mit komfortablem Vorsprung und hatte nur noch drei Kilometer bis ins Ziel.

Doch dann ereignete sich eine unglaubliche Situation: Das Führungsfahrzeug nahm an einer Kreuzung die falsche Abzweigung und verwirrte damit nicht nur sie, sondern auch ihre Verfolgerinnen Emma Grace Hurley (28) und Ednah Kurgat (34).

Die Läuferinnen waren so fokussiert auf ihr Rennen, dass sie den Fehler zunächst nicht bemerkten und etwa 500 Meter in die falsche Richtung liefen. Erst nach einiger Zeit wurde ihnen bewusst, dass sie sich nicht mehr auf der vorgesehenen Strecke befanden, woraufhin sie umkehrten.

Doch der Schaden war bereits angerichtet: Titel und Medaillen waren verloren, da sie dadurch rund einen Kilometer mehr zurücklegen mussten und von anderen Teilnehmerinnen überholt wurden.

Am Ende gewann Molly Born (27), die zum Zeitpunkt des Fehlers einen Rückstand von einer Minute auf McClain hatte.

Das Problem dabei: Neben dem Titel und dem Preisgeld von 200.000 Euro ging McClain damit auch die sichere Qualifikation für das US-amerikanische Nationalteam für die WM 2027 verloren.

Ein Funken Hoffnung bleibt der 34-Jährigen dennoch, denn der US-Leichtathletikverband (USATF) gab bekannt, dass die Teamaufstellung erst im Mai erfolgt und die Ergebnisse des chaotischen Rennens in Atlanta noch genau überprüft werden.

Zunächst hatten sich die Veranstalter des Halbmarathons wenig kooperativ gezeigt und deutlich gemacht, dass die Resultate nicht verändert werden.

„Ich werde alles daran setzen, dieses Wochenende hinter mir zu lassen und mich an die Momente der Freude zu erinnern, als ich glaubte, Nationalmeisterin zu werden und endlich fix im Team USA zu sein“, schrieb McClain emotional weiter.

Für sie besteht die Hoffnung auf ein gerechtes Ende der Geschichte.