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Friedrich schätzt das Verlieren: „Das Imperium hat bisher stets zurückgeschlagen“

Altenberg – Während die Konkurrenz jubelte und Anerkennung erhielt, unterhielt sich Francesco Friedrich (35) entspannt mit seinen Trainern, seiner Frau Magdalena und den beiden Söhnen. Beim Heimweltcup im Kohlgrund von Altenberg erreichte der Pirnaer den dritten Platz vor seinen zahlreichen Fans. Sein Rückstand auf den Sieger Johannes Lochner (32) betrug 51 Hundertstel. Ist das angesichts der bevorstehenden Wettkämpfe in Cortina im Februar ein Grund zur Beunruhigung?

„Bei den Olympischen Spielen schlagen wir zurück. Das Imperium hat bisher immer zurückgeschlagen“, antwortete Friedrich. Versucht der 35-Jährige, seinen deutlichen Rückstand auf den Konkurrenten aus Berchtesgaden herunterzuspielen? Ganz und gar nicht!

Obwohl viele auf sein Scheitern hoffen und Lochner die Daumen drücken, weiß „Franz“ ganz genau, was er tut: „Wir werden die richtigen Schlüsse ziehen, wir sind professionell genug.“ Sein Plan steht klar vor Augen. Außerdem gewann er zuletzt am 18. Dezember 2021 den Zweier-Weltcup in Altenberg.

Warum ist der Rekordweltmeister überzeugt, dass er sich in Cortina sein drittes Gold in der Zweierbob-Konkurrenz in Folge sichern wird? In dieser Saison feierte er bisher nur einen seiner insgesamt 52 Weltcup-Erfolge!

Lochner dominierte scheinbar, ähnlich wie am Samstag auf Friedrichs Heimstrecke, den Zweierbob. Doch der erfahrene Pilot testet kontinuierlich sein Material und auch beim Weltcup-Finale ergaben sich neue Erkenntnisse. „Wir haben das Ziel fest im Blick.“ Dieses besteht darin, die vier Rennen in Italien – zwei am 16. und zwei am 17. Februar – als Sieger zu beenden.

Ein weiterer Vorteil für Friedrich ist der Start. Lochner hatte vor dem Wochenende betont, dass dieser in Cortina entscheidend sein werde.

Beim Rennen in Altenberg gelang es den Sachsen, im zweiten Durchgang erneut die Bestzeit auf die Bahn zu bringen. Bahnsprecher Marc Huster witzelte und nannte Anschieber Alexander Schüller kurzerhand Alexander Müller.

„Franz“ nahm das gelassen: „Er hat das gar nicht schlecht gemacht, mit der schnellsten Startzeit im zweiten Lauf bei seinem ersten Rennen. So können wir weitermachen. In Cortina haben wir dann fünf Hundertstel Vorsprung.“