Deutsches Rennrodel-Duo holt EM-Gold – doch Olympia bleibt ihnen verwehrt
Oberhof – Jessica Degenhardt (23) und Cheyenne Rosenthal (25) haben sich gerade als bestes europäisches Doppelsitzer-Duo im Rennrodeln gekrönt. Dennoch werden sie in etwa drei Wochen beim Olympia-Debüt dieser Disziplin nicht an den Start gehen. Obwohl sie am Sonntag den Titel bei der Europameisterschaft erringen konnten, wurden die erfolgreichsten deutschen Doppelsitzerinnen der letzten Jahre für die Olympischen Spiele nicht nominiert.
Der Triumph in Oberhof war für Degenhardt und Rosenthal ein emotionaler Höhepunkt: Rund eine Woche zuvor gab der BSD die deutschen Olympia-Starter im Rennrodeln bekannt – und zu ihrem Bedauern fehlten die beiden auf der Liste. Im internen Qualifikationsrennen mussten sie sich Dajana Eitberger (35) und Magdalena Matschina (20) geschlagen geben, da bei den Spielen in Cortina pro Verband nur ein Schlitten zugelassen ist.
Um die Entscheidung vielleicht noch einmal in Frage zu stellen, präsentierten sich Degenhardt und Rosenthal bei der EM in Bestform. In beiden Läufen erzielten sie die schnellste Zeit auf der Bahn, stellten sogar einen neuen Rekord auf und sicherten sich damit vor dem österreichischen Duo Selina Egle/Lara Kipp sowie Eitberger/Matschina den Europameistertitel.
„Das ist einfach unglaublich, ich war wirklich sehr nervös“, gestand Degenhardt später im ZDF und fügte hinzu, dass ihr das Ausscheiden für Cortina noch immer schwerfällt. „Nach dem verpassten Olympia-Ticket ist das unser Saison-Highlight.“
Obwohl sie kurz vor den Spielen in hervorragender Verfassung sind, bleibt für Degenhardt und Rosenthal nur eine minimale Möglichkeit, doch noch in Cortina an den Start zu gehen: Sollte eine Nation ihren Startplatz nicht wahrnehmen, würden die beiden als erste Nachrückerinnen einspringen – ein solcher Verzicht wird allerdings als eher unwahrscheinlich eingeschätzt.
Damit werden die vierfachen Weltmeisterinnen und die Zweitplatzierten im Gesamtweltcup der letzten zwei Jahre bei der Olympia-Premiere der Frauen-Doppelsitzer fehlen. Insgesamt sind nur zwölf Schlitten für den Wettbewerb zugelassen.
„Ich habe viel geweint“, gab die Dresdnerin Degenhardt nach der Absage zu, möchte sich jedoch nicht entmutigen lassen: „Es bleibt ein kleiner Funke Hoffnung.“