Claudia Pechstein wird neue Bundestrainerin
Von Jordan Raza
Berlin – Die fünfmalige Olympiasiegerin im Eisschnelllauf, Claudia Pechstein (54), übernimmt bis zum Jahresende die Position der Bundestrainerin in der Disziplin Allround.
Dies teilte die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) mit. Pechstein wird diese Aufgabe zusätzlich zu ihrer derzeitigen Haupttätigkeit als Trainerin am Bundesstützpunkt in Inzell wahrnehmen. Darüber hinaus wird Andreas Kraus ab sofort neben seiner Hauptaufgabe als Nachwuchstrainer kommissarisch auch die Funktion des Bundestrainers Sprint übernehmen.
"Wir schenken beiden Trainern unser uneingeschränktes Vertrauen. Mit dieser Entscheidung schaffen wir für den Verband und den deutschen Eisschnelllauf bis zum Jahresende Planungssicherheit", erklärte DESG-Präsident Matthias Große (58), der zugleich Ehemann von Pechstein ist.
"Bis dahin haben wir genügend Zeit, einen strukturierten Auswahlprozess durchzuführen und die Trainer zu bestimmen, die unsere Athleten auf die Olympischen Spiele 2030 vorbereiten werden", ergänzte Große.
Die 54-Jährige tritt die Nachfolge von Alexis Contin (39) an, der künftig in seiner Heimat Frankreich die Weiterentwicklung der Nationalmannschaft im Hinblick auf die Winterspiele 2030 begleiten soll.
Contin geriet bei den Olympischen Spielen in Mailand unfreiwillig in die Schlagzeilen, nachdem Eisschnellläufer Fridtjof Petzold (29) Spannungen innerhalb des Teams öffentlich gemacht hatte.
DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz, die Ehefrau von Contin, wies diese Anschuldigungen zurück. Die DESG kehrte erneut ohne Medaille von den Olympischen Spielen zurück – dies war bereits die vierte Olympiade in Folge ohne Podestplatz. Pechstein hatte ihre erfolgreiche Sportkarriere im vergangenen Jahr beendet.
Seit den Olympischen Spielen gab es zahlreiche Diskussionen um die DESG. Zu Beginn der Winterspiele in Italien sorgte ein Bericht der "Sportschau" über angebliche Unstimmigkeiten innerhalb des Verbandes sowie ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Führungsebene für Aufsehen.
Nach Olympia erließ die Verbandsleitung zwei ARD-Journalisten ein Hausverbot bei einem Pressetermin, was auf starke Kritik stieß. Die DESG-Spitze weist die Vorwürfe weiterhin zurück.