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Böller-Attacke auf ehemaligen Inter-Torhüter überschattet spektakuläres Tor in der Serie A

Cremona (Italien) – Pyro-Zwischenfall in der höchsten italienischen Spielklasse! Kurz nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit ertönte ein lauter Knall im Stadion Giovanni Zini in Cremona. Fernsehaufnahmen zeigten eine dichte Rauchwolke im Strafraum der Gastgeber sowie Cremonese-Keeper Emil Audero (29), der sich vor Schmerzen auf dem Rasen wand.

Mehrere lokale Medien, darunter auch die italienische Sportzeitung "La Gazzetta dello Sport", berichten über den dramatischen Vorfall, der sich gestern gegen 19 Uhr in Cremona ereignete.

Zu Beginn gestaltete sich die Partie zwischen dem Aufsteiger US Cremonese und dem Tabellenführer Inter Mailand ruhig. Bereits in der 16. Spielminute brachte Stürmer Lautaro Martinez (28) die „Nerazzurri“ mit einem Kopfballtor nach einer Ecke in Führung. Weniger als fünfzehn Minuten später erhöhte Inters Piotr Zieliński (31) mit einem sehenswerten Fernschuss auf 2:0. Aus etwa 25 Metern Entfernung zog der polnische Nationalspieler mutig mit seinem vermeintlich schwächeren linken Fuß ab und platzierte den Ball präzise im rechten oberen Eck von Emil Auderos Tor.

Mit dieser komfortablen Führung von 2:0 ging der amtierende italienische Meister von 2024 in die Pause. Doch kurz nach Wiederbeginn wurde das Fußballfest im Norden Italiens durch einen Böllerwurf auf den Heimtorwart getrübt. In der 49. Minute detonierte plötzlich ein Feuerwerkskörper direkt vor dem in Indonesien geborenen Audero, der daraufhin zu Boden ging.

Das Spiel wurde daraufhin unterbrochen und Audero musste medizinisch versorgt werden. Auch die Spieler von Inter Mailand eilten zu ihrem ehemaligen Teamkollegen und formierten sich schützend zwischen ihm und den auswärtsreisenden Fans in der Kurve, um weitere Attacken mit Böllern zu verhindern.

Trotz der Verletzungen – einem Schnitt am Oberschenkel und einem dröhnenden rechten Ohr – entschied sich Audero, die Partie fortzusetzen.

Dem Bericht der Zeitung „Corriere della Sera“ zufolge kam es unmittelbar nach dem Böllerwurf zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Täter und anderen Inter-Anhängern in der Gästekurve.

Dabei soll der Angreifer einen weiteren Sprengkörper gezündet haben, der jedoch noch in seiner Hand explodierte. Medienberichten zu Folge verlor er infolgedessen drei Finger und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo die Polizei bereits auf seine Festnahme wartete.

Doch nicht nur der einzelne Fan, sondern auch der Verein sowie alle Unterstützer von „I Nerazzurri“ müssen mit empfindlichen Sanktionen rechnen.

Inter Mailand droht nun eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro. Zudem könnte die berühmte Curva Nord im San Siro – die legendäre Heimkurve von Inter und AC Mailand – für ein oder mehrere Heimspiele für die Fans gesperrt werden.