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Bob-Dominator Friedrich wechselt in den Angriffsmodus: „Die Karten werden neu verteilt“

Winterberg – Silvester verbrachte Francesco Friedrich (35) entspannt im Kreis seiner Familie in Pirna. Nach einer kurzen Nacht machte sich der 35-Jährige jedoch sofort auf den Weg und legte eine knapp fünfstündige Autofahrt zurück.

„Ich muss in Winterberg sowohl im Zweier- als auch im Viererbob einen Trainingslauf absolvieren, um beim Weltcup antreten zu dürfen“, erläutert Friedrich den Grund für die 500 Kilometer lange Fahrt am ersten Tag des neuen Jahres. Die beiden Läufe bestritt er am Nachmittag.

„Es lief ziemlich gut“, resümierte „Franz“ mit jener inneren Gelassenheit, die ihn seit Jahren auszeichnet und zu einem der erfolgreichsten Piloten der Bob-Geschichte gemacht hat.

Am Samstag (Zweier, ab 15.30 Uhr) und Sonntag (Vierer, ab 15 Uhr) ist der vierfache Olympiasieger erneut gefordert. „Die Marschroute lautet: angreifen“, verrät Friedrich.

„Mit Blick auf Olympia stehen die Teams fest. Jetzt gilt es, sich optimal aufeinander einzuspielen, im zweiten Lauf die Startzeit aus dem ersten zu überbieten und zwei konstant starke Fahrten hinzulegen.“

Sein Fokus liegt vollkommen auf sich selbst. Was Johannes Lochner (32) momentan erreicht – immerhin sechs Siege (dreimal im Zweier, dreimal im Vierer bei vier Weltcups) – interessiert den Rekordweltmeister „überhaupt nicht“.

Das liegt auch an den bisher gefahrenen Strecken im Weltcup-Kalender: Cortina, Igls, Lillehammer und Sigulda. Was macht Friedrich so gelassen? Schließlich ist sein Ziel, am 17. Februar in Cortina nach dem Zweier-Wettkampf zu triumphieren und am 22. Februar im Viererbob das sechste Olympia-Gold einzufahren.

„Wir sind nach wie vor das schnellste Startteam. Beim Material habe ich nun alles komplett und auch ein paar neue Kufen dabei. Außerdem stehen jetzt im Weltcup Strecken an, die mir besser liegen. Und in Cortina werden die Karten sowieso neu gemischt.“

Für den erfahrenen Piloten ist vor allem wichtig, dass sich niemand im Team in den nächsten sechs Wochen verletzt oder krank wird. Regeneration hat höchste Priorität, weshalb „Franz“ am ersten Tag des Jahres abends noch zur Physiotherapie ging, um weiterhin locker und fit zu bleiben.