Ermittlungen im Gange: Jugendtrainer von Schalke 04 unter Missbrauchsverdacht
Gelsenkirchen – In Gelsenkirchen gibt es ernste Anschuldigungen: Die Staatsanwaltschaft Münster führt derzeit Ermittlungen gegen einen Jugendfußballtrainer, dem vorgeworfen wird, einen zwölfjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben. Bei dem Beschuldigten soll es sich um einen Trainer aus dem Nachwuchsbereich von Schalke 04 handeln.
Diese Informationen wurden sowohl von der WAZ als auch von Bild bestätigt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster hatte die Mutter des betroffenen Jungen am 18. April eine Anzeige erstattet, woraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger eingeleitet wurde.
Der erste Kontakt zwischen dem Jungen und dem Beschuldigten soll im Rahmen eines Sichtungstrainings bei einem Gelsenkirchener Fußballverein erfolgt sein, wobei es sich um die Königsblauen gehandelt haben soll. Der Mann war demnach als Co-Trainer im Jugendbereich tätig.
Oberstaatsanwalt Dirk Ollech konnte gegenüber TAG24 den Vereinsnamen nicht bestätigen, um die Identität des Verdächtigen zu schützen. Er erklärte jedoch, dass sich der mutmaßliche Missbrauch nicht auf dem vereinseigenen Trainingsgelände ereignet haben soll, sondern während individueller Trainingsstunden.
Ob es weitere mögliche Opfer gibt, ist derzeit unklar und Gegenstand der Untersuchungen, die sich noch in einem frühen Stadium befinden, so Ollech.
Am 22. April wurden die Privatwohnungen des Tatverdächtigen durchsucht, wobei zahlreiche Datenträger sichergestellt wurden, die aktuell ausgewertet werden. Die Unschuldsvermutung gilt weiterhin.
Laut WAZ wurde Schalke von der Polizei über den Vorfall in Kenntnis gesetzt und hat den betreffenden Mitarbeiter sofort freigestellt. Der Verein arbeite vollständig mit den Ermittlungsbehörden zusammen und unterstütze die Aufklärung nachdrücklich.
„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für uns stets höchste Priorität. Die Nachrichten haben uns daher tief erschüttert“, teilten die Knappen gegenüber der WAZ mit. „Neben den sofort eingeleiteten Maßnahmen führt Schalke 04 unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte von Spielern und Mitarbeitern interne Überprüfungen im Rahmen bestehender Schutzkonzepte durch, die bisher noch nicht abgeschlossen sind.“
Eine Anfrage von TAG24 blieb beim Zweitliga-Meister bislang unbeantwortet.