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„3. Liga Südwest“: Darum ist die Regionalliga-Reform so bedeutsam

Leipzig – Wird das der neue Beiname? „3. Liga Südwest“, scherzten viele Nutzer in den sozialen Medien in Bezug auf die Drittliga-Spielzeit 2026/2027. Betrachtet man die Deutschlandkarte und teilt sie vertikal in zwei Hälften, befinden sich derzeit vier Vereine im rechten Teil und 14 auf der linken Seite. Dies ist im Grunde eine logische Konsequenz der aktuellen Aufstiegsregelung aus der Regionalliga in die 3. Liga.

Derzeit ist Hansa Rostock der einzige verbliebene Club aus dem Osten, der in der Drittklassigkeit spielt. Cottbus stieg auf, Aue hingegen ab. Weitere Teams auf der rechten Seite sind Regensburg, 1860 München und der FC Ingolstadt.

Maximal zwei weitere Vereine könnten noch hinzukommen. In der Aufstiegsrelegation kämpfen Lok Leipzig als Meister des NOFV und Würzburg (dritter in Bayern) um den Aufstieg in die 3. Liga. Fürth hingegen tritt gegen Essen an, um den Verbleib in der 2. Bundesliga zu sichern. Gewinnt Fürth, bleibt die Zahl der rechten Vertreter bei fünf.

Auf der linken Seite hingegen sind zahlreiche Mannschaften vertreten. Meppen stieg im Norden auf, Fortuna Köln im Westen und Großaspach im Südwesten – alle drei sind feste Aufsteiger.

Hinzu kommen die Absteiger aus der 2. Bundesliga, Münster und Düsseldorf. Dort sind die Distanzen zwischen den Spielorten eher gering, und die Anzahl der Derbys ist hoch. Rostock dagegen hat keine einzige Auswärtsfahrt unter 400 Kilometern – das wäre nur anders, wenn Lok Leipzig den Aufstieg schaffen sollte.

Die räumliche Verteilung der Vereine verdeutlicht exemplarisch die aktuell laufende Reform der Aufstiegsregelung, die vom NOFV angestoßen wurde. Sportlich hat es seit 2024 – mit Ausnahme des damaligen Direktaufsteigers Cottbus – kein Klub geschafft, über die Relegation den Sprung in die 3. Liga zu schaffen. Lok scheiterte beispielsweise zweimal (gegen Verl und Havelse), der BFC Dynamo scheiterte an Oldenburg, und auch Cottbus scheiterte einmal in der Relegation (gegen Unterhaching).

Aus genau diesem Grund soll die Reform in den kommenden Tagen umgesetzt werden. Die bislang fünf Regionalligen sollen auf vier reduziert werden, die jeweiligen Meister steigen direkt auf. Die Einteilung erfolgt dabei nach dem sogenannten Kompass-Modell, das für kurze Fahrwege sorgt und den Erhalt von Derbys garantiert.

„Wir möchten nun schnellstmöglich alle offenen Fragen rund um das Kompass-Modell klären“, erklärt NOFV-Präsident Hermann Winkler (63), der auch in Sachsen federführend ist. Insgesamt sollen zwölf Startplätze für alle fünf Staffeln der neuen Regionalliga gewährleistet werden, ergänzt durch die Absteiger aus der 3. Liga sowie die Aufsteiger aus der Oberliga. In den vier neuen Staffeln sollen jeweils 20 Mannschaften antreten.

Sobald alle Details abgestimmt sind, „werde ich mich gemeinsam mit den Vereinen und den Gremien des NOFV dafür einsetzen, dass die Beschlüsse beim DFB zeitnah gefasst und die Reform umgesetzt wird“, so Winkler weiter. Die Qualifikationssaison ist für 2027/28 geplant, in der darauffolgenden Spielzeit soll dann das neue System greifen.