zurück

Furcht vor tödlichem Virus: WM-Teilnehmer soll sich 21 Tage in Quarantäne begeben

Kongo – Nur zweieinhalb Wochen vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, sorgt der Teilnehmer aus der Demokratischen Republik Kongo für Aufsehen. Aufgrund des Ebola-Ausbruchs in dem afrikanischen Land verlangt das Weiße Haus eine 21-tägige Isolation des gesamten Teams vor dem Großereignis.

Wie der US-Sender ESPN berichtet, plant eine eigens eingerichtete Task-Force der WM aus dem Weißen Haus, das gesamte kongolesische Aufgebot zu zwingen, sich drei Wochen lang in Quarantäne zu begeben. Andrew Giuliani, Leiter dieser Task-Force, erklärte: „Wir wollen sicherstellen, dass auf diesem Weg keine Infektion in unsere Nähe oder an unsere Grenzen gelangt.“

Er betonte außerdem, dass dem Kongo bei Nichtbefolgung dieser Anordnung die Einreise verwehrt werden könnte. Das Team plant, ab dem 11. Juni sein Quartier in Houston, Texas, zu beziehen. Ihr erstes Spiel bestreiten die Kongolesen am 17. Juni in Houston gegen Portugal. Bereits drei Tage zuvor startet die deutsche Nationalmannschaft ebenfalls in Houston gegen Curaçao in das Turnier.

Momentan bereitet sich die kongolesische Mannschaft in Belgien auf die WM vor, wo die Quarantäne vor der Einreise eingehalten werden soll. In den letzten Tagen hatte der Verband aufgrund des Ebola-Ausbruchs ein dreitägiges Trainingslager in Kinshasa sowie die geplante offizielle Verabschiedung mit Fans in der Hauptstadt abgesagt.

Bislang hatten die Spieler und der französische Coach Sébastien Desabre (49) keinerlei Kontakte in den Kongo. Alle Akteure leben und spielen außerhalb des afrikanischen Landes.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es inzwischen mehr als 700 Verdachtsfälle von Ebola im Kongo, von denen etwa 180 Todesfälle möglicherweise mit dem Virus zusammenhängen. Zahlreiche Fälle wurden inzwischen laborbestätigt. Vor rund einer Woche wurde das Auftreten einer seltenen Variante des tödlichen Virus im Kongo bekannt. Der tatsächliche Ausbruch soll jedoch schon mehrere Wochen zurückliegen.

Das Virus ist hochansteckend und wird durch direkten Körperkontakt sowie Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die WHO erwartet, dass die Zahl der Infizierten und Todesopfer weiter steigen wird, da für die "Bundibugyo"-Variante bisher kein zugelassener Impfstoff existiert.

Die bisher verfügbaren Impfstoffe sind gegen diese neue Variante wirkungslos. In den vergangenen fünf Jahrzehnten kam es im Kongo bereits zu 17 Ebola-Ausbrüchen, von denen zwei auf seltene Varianten zurückzuführen sind. Dies führt zu einer besonders hohen Sterblichkeitsrate.

Das Team von „Ärzte ohne Grenzen“ geht davon aus, dass es Monate oder sogar bis zu einem Jahr dauern könnte, bis das Virus unter Kontrolle gebracht wird.